Fuchsegg Eco Lodge, Schetteregg
Willkommen auf dem Vorsäß!
TEXT: Renate Breuß und Marina Hämmerle
Wer sich nach einem überschaubaren Wander- und Skigebiet sehnt, wo Entschleunigung und Ruhe großgeschrieben werden, der biegt bei Egg-Großdorf Richtung Schetteregg ab. Findet man zudem Gefallen an zeitgenössischer Vorarlberger Holzbau-Architektur und Handwerksqualität, schätzt innovative, regionale Küche und großzügiges Ambiente, empfiehlt sich die Fuchsegg Eco Lodge aufs Wärmste. Mit dem Berghotel inklusive Gasthaus erfüllte sich Carmen Can am Ort ihrer Kindheitsferien einen Traum, den ihre Familie nicht nur tatkräftig unterstützt, sondern auch lebt. In (Elmar) Lutz und (Philip) Ludescher fand sie empathische, versierte Architekten, die sowohl ihre Vorstellungen als auch den Ort zu lesen verstanden. Für die ressourcenschonende, ortsverbundene Bauweise und den Einsatz heimischer Materialien wurden dem Tourismusbetrieb einige Auszeichnungen zuteil: Austrian Best Architecture Award 2022, Auszeichnung beim Big See Architecture Award 2023, Anerkennung beim Baukulturpreis 2025 der Auslober Hypo Vorarlberg / vai.
Als Anleihe für die bauliche Übersetzung ihres Ganzjahreskonzepts dient das traditionelle Vorsäß – eine kollektiv bewirtschaftete Ansammlung von Hütten und Ställen zwischen Tal und Alpe. Analog dazu bilden einfache Holzbauten mit Satteldach eine lose, von Gelassenheit getragene Formation. Umso raffinierter tut sich die innere Welt dieser Bauten in bewährter Holzbaukunst auf: Im zentralen Gastraum des Haupthauses heißt ein großzügiger Holztisch willkommen, bei Bar und Lounge vor dem Kachelofen mischen sich Jung und Alt, Hausgäste und Ausflügler – im Winter an der Kaminbar vor dem heidelbeerblauen Kachelofen. Getafelt wird im großen Speiseraum oder in intimeren Stuben. Im ersten Stock öffnen sich inspirierende Räume und Rückzugsorte, fürs gemeinsame Arbeiten und Denken, fürs Lesen und Entspannen. Yogis finden outdoor und indoor zu sich selbst. Wer einen Teil dieses besonderen Flairs mit nach Hause nehmen möchte, findet einen Stock tiefer im „Lädele“ eine kleine Schatzkammer mit allerhand Feinem und Schönem.
Und was hält das alles zusammen? Eine Küche, die sich von der nahen Natur mit ihren Bergkräutern und Heidelbeeren genauso inspirieren lässt wie vom Angebot kleiner Produzenten, den Lämmern vom Ittensberg, den Wälderkartoffeln aus Andelsbuch, dem Sig von den Alpen und den Fischen aus dem Bodensee. Aus diesem saisonal-orientierten Konzept des kleinen Radius zaubern die Köche eine geschmackliche Vielfalt, die sich nicht nur sehen lassen kann. Der Gaumen erfreut sich am Spiel mit den Konsistenzen, der Magen dankts mit Bekömmlichkeit. Es ist ein Glück, dass das Gasthaus in der Ecolodge nicht nur für Haus- und Seminargäste offensteht.