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Freeriden in Lech Zürs am Arlberg (c) Sepp Mallaun, Lech Zürs Tourismus
Tipps für sicheren Fahrspaß!

Sicherheit in den Bergen

Im freien Gelände und auf der Piste sicher unterwegs sein!

Für das Fahren abseits von Pisten bietet Vorarlberg erstaunlich viele Variationsmöglichkeiten auf kleinem Raum. Dabei ist es wichtig, die Verhaltensregeln beim Skifahren abseits der gesicherten Pisten zu kennen und einzuhalten. Insbesondere das Lawinenrisiko ist zu beachten. Aber auch auf den Pisten ist für einen sicheren Fahrspaß Einiges zu beachten. Hier finden Sie die wichtigsten Tipps für den sicheren und unfallfreien Sporttag im alpinen Raum.

Sicherheitstipps:

 

Im freien Gelände:

 

  • Ausflüge ins freie Gelände sind nur bei entsprechenden Wetter- und Schneebedingungen sowie in fach- und ortskundiger Begleitung ratsam. Tipp: Besuchen Sie vorher eines der Freeride-Camps, die von verschiedensten Alpinorganisationen angeboten werden.
  • Die Notfall-Ausrüstung kann man vielerorts ausleihen. Zur Grundausstattung zählen ein LVS-Gerät (Lawinen- Verschütteten-Suchgerät), eine Sonde und eine Schaufel. Skihelm und ein Lawinen-Airbag sowie Rückenprotektoren sind unbedingt zu empfehlen.
  • Beachten Sie immer den aktuellen Lawinenwarndienst!
  • Die Kampagne „Respektiere deine Grenzen“ appelliert an die Eigenverantwortung von Wintersportlern, die im freien Gelände unterwegs sind. Denn Skifahren durch winterliche Wälder kann Bäume schädigen und die Tierwelt stören.

Auf der Piste:

 

  • Skihelm: Durch modisches Design, geringes Gewicht und besten Komfort ist die Anschaffung eines Ski- oder Snowboardhelms für Kinder und deren erwachsene Vorbilder dringend zu empfehlen. Wichtig: Der Helm muss passen. Er darf weder drücken noch wackeln und sollte auch bei Verwendung einer Ski- oder Sonnenbrille bequem zu tragen sein.
  • Das Vorarlberger Pistengütesiegel: steht für Qualität in den ausgezeichneten Skigebieten. Es bezeichnet den Informations- und Sicherheitsstandard im organisierten Skiraum, dh. der markierten Pisten und Routen. Wo immer Sie dem offiziellen Zeichen für geprüfte Pisten-Qualität begegnen, haben Experten einer unabhängigen Kommission nach Richtlinien des Landes Vorarlberg das Skigebiet überprüft.
  • LED-Anzeigen für das sichere Aussteigen bei Seilbahnen: Keine Eile beim Bügel öffnen – mit der LED-Information an den Liftstützen und bei der Einfahrt in die Bergstation zeigen wir unseren Gästen, wie lange der Bügel geschlossen sein soll „Bügel zu/close“ und wann der richtige Zeitpunkt fürs „Bügel hoch“ gekommen ist „Rot-Grün“-Leuchtbalken. So garantieren wir für mehr Sicherheit beim Aussteigen.

Wenn Sie trotzdem in Gefahr oder Bergnot geraten:

Alpin-Notruf Vorarlberg: 144
  • geben Sie das Alpine Notsignal (sichtbare und hörbare Zeichen, 6 x in der Minute, eine Minute Pause, wiederholen bis Antwort erfolgt)
  • oder wählen Sie die Notrufnummern: 140 (Alpine Notfälle österreichweit), 144 (Alpine Notfälle Vorarlberg) oder
  • 112 (Euro-Notruf): ist am Notfallort kein Handyempfang, so schalten Sie das Handy zuerst aus und geben Sie nach neuerlichem Einschalten anstatt des PIN-Codes sofort die 112 ein bzw. drücken Sie die SOS-Taste. Der Euro-Notruf 112 kann kostenlos und auch ohne SIM-Karte genutzt werden. Außerdem gilt er als „SOS“-Ruf und wird dadurch im Funknetz priorisiert behandelt.
  • beantworten Sie bei der Unfallmeldung die W-Fragen exakt:
    WER meldet? WO genau ist der Unfall? WAS ist passiert? WIE VIELE Personen benötigen Hilfe?

Bergekostenvorsorge
Für € 28,– Förderbeitrag bietet der Österreichische Bergrettungsdienst eine Deckung der Such- und Bergekosten für Boden- und Flugrettung für den Förderer, den Ehe-/Lebenspartner sowie die Kinder bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Falls Sie abseits der Piste unterwegs sind: Leitfaden zum Verhalten im freien Skiraum

  • Leitfaden von Land und Gemeinden, Initiative „Sicheres Vorarlberg“ sowie die Vorarlberger Alpinorganisationen mit der Bergrettung Vorarlberg, der Alpinpolizei, dem Alpenverein Vorarlberg, dem Bergführerverband Vorarlberg und Naturfreunde Vorarlberg:


    1. Aus- und Fortbildung
    Neben der richtigen Ausrüstung gehört auch das Wissen rund um Lawinen, Tourenplanung und den Umgang mit der Notfallausrüstung zur Grundausstattung eines jeden Wintersportlers abseits der Pisten. Dazu bieten Organisationen wie der Alpenverein, die Naturfreunde oder Sicheres Vorarlberg sowie Bergführer und Alpinschulen ein breites Angebot für Einsteiger genauso wie für erfahrene Tourengeher.
    In einem Jahr, in dem viele Veranstaltungen aber auch abgesagt werden, sind alternative Formen des Wissenstransfers besonders wichtig. Daher bieten inzwischen alle Organisationen ein großes Angebot an Online-Lehrmaterial, z.B. „Sicheres Skitouren“ vom Österreichischen Alpenverein, an. Speziell mit Hilfe von Videos und gedruckten Materialien kann so im Selbststudium von zu Hause aus bereits vieles erlernt werden.

    2. Geführte Touren
    Für Tourengeher und Schneeschuhwanderer mit wenig Erfahrung im freien Skiraum empfiehlt es sich, einen Experten zur Seite zu holen. Hier gibt es verschiedene Optionen. Berg- und Skiführer sind hochqualifiziert und können bei Touren ganz individuell auf den Kunden eingehen, um ein sicheres Erlebnis am Berg zu garantieren. Aber auch geführte Touren alpiner Vereine oder eine Tour in Begleitung von erfahrenen Bekannten sind gute Möglichkeiten, sich langsam in den freien Skiraum vorzutasten. Schneeschuhwanderer können sich auch an einen ausgebildeten Wanderführer wenden.

    3. Informieren und Tourenplanung
    Vor jeder Tour im Gelände gilt es eine Tourenplanung zu machen. Grundlage dafür ist der Lawinenlagebericht. Der Lawinenwarndienst der Landeswarnzentrale informiert regelmäßig über die Schnee- und Lawinensituation im Lande und liefert täglich eine aktuelle Übersicht zur Lawinengefahr.

    Dazu werden an zahlreichen automatischen Messstationen in den Gebirgsregionen des Landes schnee- und wetterspezifische Daten (zum Beispiel Temperatur, Schneehöhen, Windgeschwindigkeit oder Windrichtung) gemessen. Acht Beobachter liefern zudem wertvolle Messwerte aus den Regionen. Darüber hinaus fließen umfangreiche Wetterdaten und Prognosen, Rückmeldungen aus den Tourengebieten und Erkenntnisse von eigenen Erhebungen und Beobachtungen im Gelände ein. Auf Basis dieser Informationen wird der Lawinenlagebericht aktuell erstellt und veröffentlicht.

    Neben der Lawinengefahrenstufe und den besonders gefährdeten Höhen- und Geländebereichen wird speziell auch das vorherrschende Lawinenproblem aufgezeigt. Alle aktuellen Informationen zur Lawinensituation im Land können über die Internetseite www.vorarlberg.at/lawine sowie über SMS, Newsletter oder die App Snowsafe kostenlos bezogen werden. Der tägliche Lawinenlagebericht (deutsch und englisch) wird im Regelfall bis 7.30 Uhr veröffentlicht.

    4. Regelungen vor Ort
    Viele der Skitoureneinsteiger bewegen sich im Bereich von gesicherten Pisten. Der Alpenverein appelliert deshalb an die Skigebiete, Pistenskitouren zu ermöglichen. Die Tourengeher sind für die Skigebiete auch potenzielle Kunden. Wichtig ist, dass die Pistengeher am Rand der Piste aufsteigen und damit sich und abfahrende Skifahrer nicht in Gefahr bringen. Allfällige Sperren sind einzuhalten (z.B. wegen Pistenpräparierung).

    5. Handeln im Notfall
    Bei einer Lawinenverschüttung zählt jede Sekunde. Ist die Gruppe größer, übernimmt ein Gruppenmitglied das Kommando und teilt die einzelnen Tourensportler ihren Aufgaben zu. Der Notruf kann sofort abgesetzt werden. Allein am Lawinenkegel entscheidet die Situation, ob sofort ein Notruf abgesetzt oder unverzüglich mit der Suche und Freilegung des Kopfes begonnen wird.

    Wichtig:
    • Eine Information an die Notrufleitstelle RFL unter der Nummer 144 ist immer abzugeben, auch dann, wenn keine Verschüttung oder Verletzung vorliegt immer. Unbeteiligte Dritte könnten den Abgang beobachtet haben und lösen eine Alarmierung wie oben beschrieben aus.
    • Bei den bekannten W-Fragen sind vor allem das „Wo?“, „Was ist passiert?“, „Wie viele Personen sind betroffen/evtl. verschüttet?“ wichtig.

    Auch bei rascher Alarmierung und kurzen Flugzeiten ist es für die Bergrettung nahezu unmöglich, binnen 15 Minuten am Einsatzort zu sein, die Person gefunden und den Kopf freigelegt zu haben! Daher ist es unbedingte Notwendigkeit, immer eine vollständige Notfallausrüstung (LVS, Sonde, Schaufel, Erste Hilfe, Biwaksack, Mobiltelefon) mitzuführen und den Umgang mit der Notfallausrüstung regelmäßig zu üben.

    Vor allem ein dem Winter (sprich Unterkühlung) angepasstes Erste-Hilfe-Paket ist wichtig, weil neben dem Worst-Case-Szenario „Lawinenverschüttung“ auch viele andere Unfallszenarien bestehen. Bis die Bergrettung eintrifft, ist der Wärmeerhalt mit Rettungsdecke und Biwaksack auch bei herkömmlichen Skiverletzungen eine wichtige Sofortmaßnahme.

    Geht in der Notrufleitstelle ein Notruf zu einem Lawinenabgang ein, setzt sich in kürzester Zeit eine gewaltige Maschinerie in Gang. Zeitgleich werden ein Notarzthubschrauber, der Polizeihubschrauber, die Such- und Lawinenhundestaffel und die betreffenden Ortsstellen alarmiert. Solche Einsätze sind durch die Vielzahl an Beteiligten und besonders unter den aktuellen COVID-19-Schutzerfordernissen äußerst komplex.

    Sind die Rettungsmaßnahmen abgeschlossen, ist es Aufgabe der Alpinpolizei, die Unfallumstände zu erheben und zu dokumentieren. Diese Daten dienen der Staatsanwaltschaft und den Gerichten zur Beurteilung, ob eventuell fremdes Verschulden vorliegt oder nicht.

    Zusätzlich werden allgemeine Umstände am Unglücksort erhoben und die schnee- und meteorologischen Verhältnisse erfasst. Diese Informationen sind Grundlage für die Erforschung der verschiedenen Unfallursachen und die damit verbundene Entwicklung und Ausarbeitung von Präventionskonzepten.

Falls Sie auf der Piste unterwegs sind: FIS-Pistenregeln

  • Bitte beachten Sie die 10 Pistenregeln:


    1. Rücksicht auf die anderen Skifahrer: Jeder Skifahrer muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt.

    2. Beherrschung der Geschwindigkeit und der Fahrweise: Jeder Skifahrer muss auf Sicht fahren. Er muss seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können und den Gelände-, Schnee-, Witterungsverhältnissen und der Verkehrsdichte anpassen.

    3. Wahl der Fahrspur: Der von hinten kommende Skifahrer muss seine Fahrspur so wählen, dass er vor ihm fahrende Skifahrer nicht gefährdet

    4. Überholen: Überholt werden darf von oben oder unten, von rechts oder links, aber immer nur mit einem Abstand, der dem überholten Skifahrer für alle seine Bewegungen genügend Raum lässt.

    5. Einfahren und Anfahren: Jeder Skifahrer, der in eine Skiabfahrt einfahren oder nach einem Halt wieder anfahren will, muss sich nach oben und unten vergewissern, dass er dies ohne Gefahr für sich und andere tun kann.

    6. Anhalten: Jeder Skifahrer muss es vermeiden, sich ohne Not an engen oder unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt aufzuhalten. Ein gestürzter Skifahrer muss eine solche Stelle so schnell wie möglich freimachen.

    7. Aufstieg und Abfahrt: Ein Skifahrer, der aufsteigt oder zu Fuß absteigt, muss den Rand der Abfahrt benutzen.

    8. Beachten der Zeichen: Jeder Skifahrer muss die Markierung und die Signalisation beachten.

    9. Hilfeleistung: Bei Unfällen ist jeder Skifahrer zur Hilfeleistung verpflichtet.

    10. Ausweispflicht: Jeder Skifahrer, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht, muss im Falle eines Unfalles seine Personalien angeben

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