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Erdenlicht, Silvretta Bielerhöhe (c) Golm Silvretta Lünersee Tourismus-Stefan Kothner
Miriam Prantl hat die Bielerhöhe ins Herz geschlossen

Kunst auf 2000 Meter

Ein Jahr lang arbeitete die Künstlerin Miriam Prantl mit ihrem Team auf der Silvretta und verwandelte den Schützenschacht am Silvretta-Stausee in ein Kunstobjekt. Ihr ist es gelungen, die Weite der Bergwelt und die Tiefe des Bauwerks in „Erdenlicht“, so der Name des Objekts, zu bündeln.

Ein Jahr lang arbeitete die Künstlerin Miriam Prantl mit ihrem Team auf der Silvretta, Sommer wie Winter, untertags und in der Nacht. Im Auftrag von illwerke vkw verwandelte sie den Schützenschacht am Silvretta-Stausee in ein Kunstobjekt. Im Bedarfsfall trennen die Schützen am Grund des 45 Meter tiefen Schachts Stausee und Druckleitung. Prantl ist es gelungen, die Weite der Bergwelt und die Tiefe des Bauwerks in „Erdenlicht“, so der Name des Objekts, zu bündeln. „Die Kräfte der Elemente, die hier wirken, und die beeindruckenden Dimensionen machen diesen Ort zu einer wahren Inspirationsquelle“, schwärmt sie.

In guter Gesellschaft

Mit diesem Eindruck ist sie nicht allein, denn am Übergang von Vorarlberg nach Tirol haben noch andere Künstler ihre Spuren hinterlassen. 2002 hat Gottfried Bechtold der Staumauer seine drei Meter hohe und 14 Meter lange Unterschrift aufgesetzt und sie damit zum Kunstwerk erhoben. Seit 2018 steht die Skulptur „Wächter“ von Herbert Albrecht am Stausee und schützt die atemberaubende Szenerie. Und in der Barbarakapelle erinnert eine Gedenktafel von Roland Adlassnig nicht nur an die beim Kraftwerksbau Verunfallten, sondern auch an die einst missbrauchten Zwangsarbeiter.

Darüber hinaus war die Bielerhöhe von 1998 bis 2014 Schauplatz des alle zwei Jahre durchgeführten SilvrettAtelier und damit künstlerisch ein hochproduktiver Ort. Die illwerke vkw wollen ihn Schritt für Schritt zur Kunstmeile weiterentwickeln. Bereits in Arbeit ist die Gestaltung des 100 Meter langen Fußgängertunnels, der den wintersicheren Zugang zur Wiesbadner Hütte .

Künstlerin Miriam Prantl (c) David Murray
Blick in den Schacht, Erdenliicht Silvretta Bielerhöhe (c) Miriam Prantl

„Die Kräfte der Elemente und die Dimensionen machen diesen Ort zur Inspirationsquelle.“

Miriam Prantl, Künstlerin

Beliebtes Ausflugsziel

Die 300.000 Besucher pro Jahr wird es freuen. Die kommen zum Großteil über die 22 Kilometer lange Panoramastraße, die in 34 Kehren fast 1000 Höhenmeter überwindet. Eine spannende Alternative im Winter ist die Vermuntbahn ab Partenen. Von der Bergstation aus geht es mit dem „Tunneltaxi“ durch enge Stollen zur Passhöhe. Dort kann man einkehren, wandern oder bergsteigen. Schließlich ist der Piz Buin zum Greifen nah. Mutige wagen sich an den Klettersteig auf der Staumauer. „Und in der Dämmerung, wenn die Menschen weg sind, kommen Füchse und Murmeltiere zum Vorschein“, berichtet Miriam Prantl.

Blick in die Tiefe

Was seit 2019 auf der Bielerhöhe jedenfalls zum Pflichtprogramm gehört, ist ein Blick in den Schützenschacht. Die Brüstung ist mit hochpoliertem Edelstahl eingefasst, in dem sich Berge, Himmel und Wolken spiegeln. In der Mitte das „Fernrohr“: Deckel öffnen, den Kopf mutig hineinstecken und Licht und Sound auf sich wirken lassen. Fluter, Projektoren, LED-Lines und Lautsprecher nehmen dem Abgrund seinen Schrecken. Am Schluss ist man verzaubert, von der Kunst und von der Natur.

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