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Weltklasse zu Besuch

Gastgeber sein beim Hypomeeting Götzis

Bryan Clay lernt Jassen, Harry Marra genießt die Gespräche beim Frühstück. Riebel und Subirer wecken die Neugier von Athleten und Betreuern: In Vorarlberg tauschen sich Menschen aus aller Welt aus.

Hubert Ender hatte ein gutes Timing. 1974 eröffnete er den Gasthof Sonne in Altach, ein Jahr später fand das erste Mehrkampf-Meeting im Nachbarort Götzis statt. Seither füllen jedes Jahr eine Woche lang Sportler und Betreuer die elf  Zimmer. Vor allem für Gäste aus Nordamerika ist sein Haus zur festen Anlaufstelle geworden. Die Kanadier Michael Smith, Les Gramantik und Damian Warner waren schon da – ebenso Ashton Eaton, der Weltrekordler aus den USA, und seine Frau, die Siebenkämpferin Brianne Theisen-Eaton. Anfang 2017 ist das Ehepaar zurückgetreten, sodass auch ihr gemeinsamer Trainer Harry Marra nicht so schnell nach Vorarlberg zurückkehren wird.

Ein Umstand, der dem vielfach ausgezeichneten Coach sehr leid tut. In einer Mail an Athletenmanager Walter Weber schreibt er, dass er Ende Mai immer das Hypomeeting im Kopf haben werde: „I will turn my thoughts to you and hope for sunny warm days and nice tailing winds for all the athletes.“ Dabei hebt er seine Gastgeber hervor: „Please give our regards to Annie and Hubert at Sonne. I will miss their morning conversations over breakfast.“

Positive Herausforderung
Viele namhafte Athleten hat Ender beherbergt, in den frühen Jahren u. a. Sepp Zeilbauer und Jürgen Hingsen, später Trey Hardee und den Kubaner Leonel Suarez. An Bryan Clay erinnert er sich noch sehr deutlich. „Ihm habe ich das Jassen beigebracht. Er hat schnell gelernt“, sagt er breit lächelnd. Außerdem sei ihm der Olympiasieger aus den USA häufig in die Küche gefolgt, um sich alles genau anzuschauen.

 

Vorarlberger Riebel aus Riebelmais © Richard Dietrich
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Das Hypomeeting Götzis holt jährlich die Weltstars der Leichtathletik nach Vorarlberg. Heimische Produkte und Speisen werden von den Sportlern gern verkostet...

Familiäre Stimmung
Mit den Götzis-Besuchern kommt Leben ins Haus – diese Erfahrung macht Gerd Obwegeser, Chef des Hotels Lorenz in Hohenems, jedes Jahr aufs Neue. Claus Marek und Frank Müller vom deutschen Zehnkampf-Team zählen zu seinen Stammgästen. „Die beiden sagen, dass sie sich das ganze Jahr auf unser Cordon Bleu freuen“, sagt Obwegeser. Rund 40 Leute sind während des Hypomeetings in dem Familienbetrieb zu Gast: Betreuer, Ärzte, Masseure und Journalisten. Wenn das Wetter mitmacht, sitzen einige lange im Gastgarten zusammen: „An diesem Wochenende wird es einem nicht fade“. Die Truppe sei ihm richtig ans Herz gewachsen. Claus Marek und Frank Müller reisen stets in Begleitung ihrer Familien nach Vorarlberg – und das nicht nur zum Meeting. Die beiden bringen den Obwegesers meistens sogar ein kleines Geschenk mit.

Gegenbesuch in Australien
Hubert Ender aus Altach pflegt ebenso ein freundschaftliches, familiäres Verhältnis zu manchen Gästen. Michael Smith brachte einmal seine Eltern mit ins Mösle-Stadion. Seitdem schicken sich Smith senior und Enders Weihnachtskarten über den Atlantik. Und mit dem australischen Trainer Craig Hilliard, der mit der Siebenkämpferin Jane Flemming nach Vorarlberg kam, verstand sich Ender so gut, dass die beiden einen Gegenbesuch in Canberra vereinbarten.

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Das Hypomeeting im Film...