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Frauenmuseum Hittisau, Bregenzerwald (c) Albrecht Immanuel Schnabel
Von den starken Bregenzerwälderinnen

Das Frauenmuseum als vielstimmiger Ort

Einer der Lieblingsorte von Maria Simma ist das Frauenmuseum in Hittisau, das erste und einzige Frauenmuseum Österreichs.

„Vorarlberg hat eine Kunst- und Kulturlandschaft, die sich sehen lassen kann“, sagt Maria Simma überzeugt. Sie ist ehrenamtlich als Präsidentin der Berufsvereinigung Bildender Künstlerinnen und Künstler Vorarlbergs tätig und mit viel Herzblut bei der Sache. Berlin, New York und Wien waren ihre Stationen, bis sie ihr Weg wieder zurück nach Vorarlberg geführt hat. Maria Simma hat Anglistik und Germanistik studiert und ist halbe Bregenzerwälderin. Einer ihrer Lieblingsorte im Land ist das Frauenmuseum in Hittisau. Das erste und einzige Frauenmuseum Österreichs feiert heuer sein 20-jähriges Bestehen. Es sieht seine Aufgabe vor allem darin, das Kulturschaffen von Frauen und Frauengeschichte(n) sichtbar zu machen und zu dokumentieren. Die aktuelle Ausstellung, die noch bis April 2021 läuft, widmet sich der Geburtskultur – ein Thema, das alle Menschen betrifft. Wie wird der Start ins Leben von einer Gesellschaft gestaltet und welche Rahmenbedingungen schafft sie dafür? Diese beiden Fragen sollen im Rahmen der Ausstellung beantwortet werden. Es geht um traditionelles Hebammenwissen und medizinische Errungenschaften, genauso wie um die Möglichkeiten der modernen Reproduktionstechnologie und um grundlegende physiologische Prozesse.

Kein Ehrenamt

Dass das Frauenmuseum gerade in Hittisau angesiedelt ist, führt Maria Simma auf das Selbstverständnis von starken Frauen zurück, das im Bregenzerwald besteht. Wesentlich ist für die 38-Jährige auch, dass die Frauen, die dort arbeiten, das nicht ehrenamtlich machen, sondern dafür bezahlt werden. Im Frauenmuseum sind, neben dem Kernteam, mehr als 20 Kulturvermittlerinnen tätig, die allesamt einen ganz unterschiedlichen Hintergrund haben. Ob jung oder alt, ob Bäuerin, Rentnerin, Altenpflegerin, Schülerin oder Speditionskauffrau – es sind vielfältige Stimmen, die dort eingebunden sind.

Maria Simma (c) Lisa Mathis
Frauenmuseum Hittisau (c) Ines Agostinelli / Frauenmuseum HIttisau

„Vorarlberg hat eine Kunst- und Kulturlandschaft, die ihresgleichen sucht. Ein gutes Beispiel ist das Frauenmuseum.“

Maria Simma, Präsidentin der Berufsvereinigung Bildender Künstlerinnen und Künstler Vorarlbergs

In guter Nachbarschaft

„Die kulturelle Dichte im Bregenzerwald ist groß“, stellt Maria Simma fest. Für sie liegt das am Sinn für Kunst, Kultur und Architektur bei den Bewohnerinnen und Bewohner. So ist das Frauenmuseum in Hittisau in guter Gesellschaft: In unmittelbarer Nähe befinden sich etwa das Werkraumhaus in Andelsbuch und die Juppenwerkstatt Riefensberg. In die Juppenwerkstatt geht Maria Simma immer wieder mit ihren beiden Kindern, die vier und sechs Jahre alt sind. Mit weißen Juppen bekleidet stellten sich auch die Bregenzerwälderinnen, der Sage nach, im Dreißigjährigen Krieg den angreifenden Schweden entgegen. Damals also setzten die starken Frauen des Bregenzerwaldes schon ein deutliches Zeichen.

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