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Frauenmuseum Hittisau, Bregenzerwald, Museen in Vorarlberg (c) Albrecht Immanuel Schnabel
Ort der Begegnung

Frauenmuseum Hittisau

Das einzige Frauenmuseum Österreichs zeigt wechselnde Ausstellungen in besonderer Architektur.

Das Frauenmuseum Hittisau ist nun seit 20 Jahren ein Ort der Begegnung und Vielstimmigkeit mitten im Bregenzerwald. Im Jahr 2000 wurde das Museum auf Initiative von Elisabeth Stöckler gegründet und seither hat es über 45 Ausstellungen zu frauenspezifischen Themen aus der Kultur-, Sozial-, Kunst- oder Architekturgeschichte gezeigt. Dabei werden sowohl regionale als auch internationale Aspekte beleuchtet. Begleitend zu den Ausstellungen bietet das Frauenmuseum Hittisau ein dichtes Rahmenprogramm an individuell gestalteten Sonderführungen, Vorträgen, Workshops, Konzerten, Lesungen, Seminaren und Filmvorführungen. Das Vermittlungsprogramm ist differenziert und bietet sowohl erwachsene- als auch kinderspezifische Veranstaltungen an.

Aktuelle Ausstellung
verfolgt / verlobt / verheiratet. Rettende Ehen jüdischer Frauen ins Exil

Im März 1938 beginnt für österreichische Jüdinnen und Juden ein Wettlauf gegen die Zeit. Einige Wiener Jüdinnen retten sich durch eine Scheinehe mit einem ausländischen Staatsbürger. Die Ausstellung im Frauenmuseum Hittisau spürt den Lebenswegen und unterschiedlichen Schicksalen von zwölf österreichischen Jüdinnen nach. Diese Ehen werden pro forma geschlossen, aus Solidarität oder gegen Bezahlung, um in ein Land zu gelangen, in dem Jüd*innen (noch) nicht verfolgt werden. Frauen, die bereits im Exil sind, gehen eine Scheinehe ein, um der Staatenlosigkeit zu entgehen oder sich eine Arbeitserlaubnis zu verschaffen.

Zwölf Frauenschicksale, darunter Stella Kadmon, Hilda Monte und Alma Rosé, berichten von den unterschiedlichen Lebensgeschichten und den Chancen und Risiken einer Scheinehe als Überlebensstrategie – mit unterschiedlichem Ausgang. Nur wenige Frauen erzählen später über ihre Scheinehe.

Frauenmuseum, Ausstellung
Frauenmuseum Hittisau © Kristina Stalnionyte
Prämierte Architektur

Das im Jahr 2000 vom Vorarlberger Architekturbüro Cukrovicz Nachbaur Architekten errichtete und mehrfach prämierte Gebäude steht am Rande eines steil zum Bach Subersach abfallenden Tobels, auf dem Gelände einer ehemaligen Kiesgrube. Im Gebäude sind das Frauenmuseum sowie die örtliche Feuerwehr und das Probelokal des Musikverein Hittisau-Bolgenach untergebracht.

Während sich die Feuerwehr in das leicht ansteigende Gelände schiebt und Richtung Hauptstraße orientiert, schwebt das Frauenmuseum als Holzquader über der Feuerwehr und öffnet sich über eine große Glasfront zum Dorfzentrum. Die Trennung der beiden Funktionsbereiche durch unterschiedliche Ausrichtungen wird durch ein radikales Materialkonzept verstärkt. Die Materialien der Feuerwehr sind Beton, verzinkter Stahl und Glas. Im Frauenmuseum wird anknüpfend an die regionale Bautradition für Wände, Decken und Böden ausschließlich unbehandelte heimische Weißtanne verwendet.

 

  • Kontakt & Öffnungszeiten
    Frauenmuseum Hittisau
    Platz 501
    6952 Hittisau

    Dienstag bis Sonntag 10 – 17 Uhr

    Erwachsene: 9,50 €
    Ermäßigt: 8,50 € (Senior*innen 60+ / Studierende bis 25 / aha card bis 24 / Mitglied Alpenarte / Menschen mit Beeinträchtigung und Begleitperson)
    Freier Eintritt u.a. für Kinder und Jugendliche bis 19 J., V-Card

  • Öffentliche Führungen
    jeden Montag, 18.00 Uhr

    Führung + Eintritt: 12,50 €
    Führung + Eintritt : 5,00 € 5,– mit V-Card oder Kulturpass

    Gruppenführungen können angefragt werden.

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