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Festival Walserherbst 2018, Biosphärenpark Großes Walsertal (c) Nikolaus Walter
Natur und Kultur

Walserherbst 2018

Das steilste Festival mitten in den Bergen – so nennt sich das Walserherbst-Festival selbst.

Das biennale Festival ist schon seit längerem kein wirklicher Geheimtipp mehr. Bereits zum achten Mal inszeniert der Walserherbst 2018 (17. August bis 9. September) mitten im Biosphärenpark Großes Walsertal in Vorarlberg überraschende Begegnungen mit zeitgenössischem Kunst- und Kulturschaffen. Unter der Leitung des gebürtigen Walsers Dietmar Nigsch lädt der Walserherbst mit Musik, Literatur, Performance, europäischem und internationalem Autorenkino sowie mit Brauchtum, Volkskultur und kulinarischen Facetten in die alpine Landschaft des Biosphärenparks.

Kaum ein anderes Kulturereignis in Österreich nimmt derart auf seine landschaftliche Umgebung Bezug wie der Walserherbst. 2018 fungierte die archaische Flusslandschaft entlang der Lutz als Bühne und Atelier des Festivals. Der Performer Nick Steur inszenierte das Flussgeröll als Stein-Zeit-Zirkus, Objektkünstler Gregor Pokorny öffnete seine Flusswerkstatt und lud zum Dialog zwischen Wasser und Stein. Und die in den Walser-Gemeinden bereits bestens bekannte Clownfrau Martha Laschkolnig wanderte erneut durchs Tal und folgte den eigensinnigen Spuren von Mensch und Tier.

Die Walserherbst Filmtage, stets dem zeitgenössischen europäischen Autoren- und Dokumentarfilm verpflichtet, zeigten exemplarische Auseinandersetzungen mit dem gesellschaftlichen Wandel: Stadt-Land-Gefälle, bedrohte Kulturlandschaften, Migration und ökonomische Ungleichheit. Auch das Medium Fotografie hatte seine Programm-Stammplätze. Einer davon war traditionsgemäß dem Vorarlberger Fotokünstler Nikolaus Walter reserviert.

 

Walserherbst, Aeham Ahmadcobs (c) Walserherbst (c) obs, ZDF, Rami-Al-Sayed
Walserherbst, Festival Zentrum Blons (c) Walserherbst, Dietmar Nigsch

Das Walserherbst Festival mitten in den Bergen - u.a. mit Aeham Ahmad, dem syrischen Pianisten "aus den Trümmern"

Besondere Aufmerksamkeit schenkte der Walserherbst 2018 unterschiedlichen Aspekten der Beziehung Mensch-Rind und ihrem künstlerischen Potenzial. Darüber hinaus vermisst das Festival die Flusslandschaft des Lutzbaches als Peformance- und Galerieraum neu.

Aeham Ahmad, der syrische „Pianist aus den Trümmern“ las und spielte im neu eröffneten Kulturpavillon der Burgruine Blumenegg und über dem Tal schwebt Barbara Anna Husars Heißluft-Kuheuter. Für den guten Walserherbst-Ton sorgten die „Radix.Musikwerkstatt“ und das „OU Jodelfest“. Fast zweihundert Musiker und Musikerinnen aus Nah und Fern bespielten während der langen Musiknacht Plätze und Gasthäuser der Gemeinde Sonntag

Hier findet das Walserherbst Festival statt