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Wildental, Kleinwalsertal, Kraftort und Energieplatz © Markus Gmeiner I Vorarlberg Tourismus
Rückzugsort für Permakulturgärtner Andreas Haller

Ein besonderer Platz am Eingang zum Wildental

Andi Haller bewirtschaftet seit neun Jahren auf gut 1.100 Metern Seehöhe eine mittlerweile 7.000 Quadratmeter große Fläche. Gefragt nach seinem Geheimtipp kommt ihm ein naheliegender Ort in den Sinn: der Energieplatz am Eingang zum Wildental.

Mit seinen 41 Jahren hat Andi Haller schon vieles ausprobiert: Schreiner, Älpler, Einrichtungsberater. Sogar Croupier sollte er einmal werden. Sein Glück fand er schließlich als Permagärtner. Die Berufsbezeichnung steht für nachhaltigen Anbau. Seit neun Jahren bewirtschaftet er im Kleinwalsertal auf gut 1.100 Metern Seehöhe eine mittlerweile 7.000 Quadratmeter große Fläche. Auslöser war das Reaktorunglück in Fukushima: „Da habe ich mich entschlossen, meinen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern.“ Und das gelingt ihm von Jahr zu Jahr besser. Mittlerweile findet er mit Seminaren und dem Verkauf des Großteils der Ernte sein Auskommen.

Die Seele baumeln lassen

Gefragt nach seinem Geheimtipp für Gäste kommt ihm ein naheliegender Ort in den Sinn: der Energieplatz am Eingang zum Wildental. Tatsächlich liegt dieser nur 400 Meter Luftlinie von seinem Garten und einen Kilometer Fußweg von der Talstation des Wildentallifts entfernt. „Vor etwa 15 Jahren hat ein Wünschelrutengeher den Platz entdeckt“, sagt Andi. Das leicht erhöhte Plätzchen ist mit Baumstämmen eingefasst, die zum Verweilen einladen. Ostseitig ist der Platz von emporragenden Buchen begrenzt. Im Süden fällt der Blick auf die Gipfel von Elfer und Zwölfer – quasi Teile einer alpinen Sonnenuhr – und westlich im Talboden liegt Mittelberg. „Hier kann ich ideal ausspannen, die Seele baumeln lassen und aus sicherer Distanz das Treiben im Ort beobachten.“

Für Radiästhesisten – also Menschen, die sich mit möglichen Strahlenwirkungen auf Organismen befassen – ist dieser Ort auch speziell. Sie stellten angeblich fest, dass sich hier Ley-Lines des erdmagnetischen Gitternetzes kreuzen. Dadurch entstünde eine sehr hohe erdmagnetische Strahlung. Intensiviert würde diese durch eine mit Wasser gefüllte Höhle, die sich direkt unter dem Platz befindet.

Andi empfiehlt, die Gedanken abzustellen und sich auf die Wahrnehmung zu fokussieren. Dies führe zu unterschiedlichen Ergebnissen: Die einen empfänden ein Kribbeln, bei den anderen stellten sich optische Empfindungen ein. Wer das lernen will, für den werden auch Kurse angeboten. Ob er nun heilende Kraft hat oder nicht – der Platz ist jedenfalls zum Energietanken geeignet, auch für Skeptiker.

Von Mai bis Oktober gibt es jeden Freitag um 11 Uhr eine Führung zum Energieplatz Wildental mit kurzer Einweisung und leichten Übungen mit Rolf Müller.

Permakulturgärtner Andreas Haller in seinem Garten im Bregenzerwald © Darko Todorovic
Wildental, Kleinwalsertal, Kraftort und Energieplatz © Markus Gmeiner I Vorarlberg Tourismus

„Hier kann ich ausspannen und die Seele baumeln lassen.“

Andi Haller, Permagärtner

Besondere Früchte der Natur

Unumstritten ist die Qualität der Produkte aus Andis Garten. Trotz Seehöhe und kurzer Wachstumsperiode gelingt es ihm, dem Fleckchen Erde einiges abzugewinnen. Das macht für ihn auch den Walser zum Vorarlberger: die Hartnäckigkeit, an einer Sache dranzubleiben und für Herausforderungen innovative Lösungen zu finden. „Net lugg lo“, wie es hierzulande heißt. Der Garten ist die Antithese zur Monokultur. Es wächst nicht nur Unterschiedlichstes, seine Teile sind auch multifunktional: Die Ringelblumen sind nicht nur heilende Kräuter, sondern wirksam gegen Schnecken. Der Topinambur schmeckt nicht nur gut, er hält auch den Wind von den Erdäpfeln fern. Und selbst die Bruchsteine begrenzen nicht nur die Beete, sondern speichern auch Wärme.

Die Anbaumethode der „Grumpara“ ist übrigens sehr innovativ: Sie wachsen auf einem Quadratmeter im Turm. Vertical Gardening made in Vorarlberg. Neue Wege zu gehen oder alte, bewährte wieder zu entdecken – das treibt Andi an. Darum bezeichnet er sich selbst als Lehrling. Seine Produkte erfreuen sich bei den Gastronomen im Kleinwalsertal großer Beliebtheit. Da wird gerne die Speisekarte adaptiert, wenn wieder etwas Neues verfügbar ist.

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