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Winterlandschaft Niedere Andelsbuch (c) Nora Fröhlich - Bregenzerwald Tourismus
Christian Schützinger, Geschäftsführer von Vorarlberg Tourismus, im Interview

Die Wintersaison dauert bis Ende April

Virusmutationen als Spielverderber, Lieferschwierigkeiten beim Impfstoff und – trotz Lockdowns – ein schleppender Rückgang des Infektionsgeschehens: keine guten Nachrichten für den Tourismus in Vorarlberg. Was das für die Branche bedeutet, haben wir mit Christian Schützinger, Geschäftsführer von Vorarlberg Tourismus, besprochen.

Mag. Christian Schützinger, Geschäftsführer, Vorarlberg Tourismus GmbH (c) Petra Rainer
Im Restaurant Weiss Bregenz © Angela Lamprecht / Vorarlberg Tourismus

Christian Schützinger, Geschäftsführer Vorarlberg Tourismus, im Interview:

Herr Schützinger, vielerorts wird die Wintersaison schon völlig abgeschrieben. Wie sieht das die Branche in Vorarlberg?

Auch für die Vorarlberger Betriebe ist die Situation prekär. Gastronomie und Hotellerie dürfen frühestens Anfang März aufsperren, vielleicht sogar noch später. Da fällt es schwer, der Situation etwas Positives abzugewinnen. Bei den Seilbahnen liegen die Umsatzverluste bei 75 bis 90 Prozent. Sie haben trotzdem angekündigt, in Betrieb zu bleiben.

Ist das betriebswirtschaftlich sinnvoll?

Kurzfristig nicht: All jene, die derzeit Dienstleistungen erbringen, zahlen drauf. Das gilt für die Seilbahnen genauso wie für Erhalter von touristischer Infrastruktur, von Loipen bis Winterwanderwegen. Außerdem hängen ja noch weitere Betriebe vom Wintersport ab, von der Skischule bis zum Sportartikelhändler.

Warum dann nicht gleich zusperren?

Das hat im Wesentlichen zwei Gründe: Einerseits fühlt sich die Branche der heimischen Bevölkerung verpflichtet und möchte eine sinnvolle Freizeitgestaltung ermöglichen. Andererseits geht es darum, Arbeitskräfte in Hinblick auf das Wiederhochfahren in den Betrieben zu halten. Ansonsten besteht die Gefahr, dass bewährte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in andere Branchen abwandern. Zudem dauert die Wintersaison bis Ende April. Auch wenn sie keinesfalls aufgeholt werden kann, so besteht noch immer die Chance auf einige Betriebstage.

Apropos Wiederhochfahren: Wann ist damit zu rechnen?

Das weiß naturgemäß niemand, weil es vom Infektionsgeschehen abhängt. Frühestens Anfang März, vielleicht aber auch erst zu Ostern oder noch später könnte es soweit sein. Die einzelnen Betriebe arbeiten an verschiedenen Szenarien, um hier angemessen reagieren zu können. Kleine Betriebe können relativ rasch auf Veränderungen reagieren, große tun sich dabei erheblich schwerer. Es ist jedenfalls zu erwarten, dass es zwischen Winter- und Sommersaison heuer einen fast fließenden Übergang geben wird. Normalerweise sperren die Hotels nach Ostern zu, heuer könnten wir den Gästen nach den harten Wochen des Lockdowns gerade in dieser Zeit einige schöne Urlaubstage ermöglichen. Ob sich dieses Szenario umsetzen lässt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

Danke für das Gespräch!