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Historische Stätte | Kultur

Pfarrhof

Pfarrhof Dalaas

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  •  In jenem Jahr wurden Dalaas und Klösterle aus diesem Verband ausgelöst und zu eigenen Pfarreien erhoben. Damit erhielten die Orte einen eigenen Geistlichen, wobei die Namen der Pfarrer in Dalaas seit etwa 1500 bekannt.

     Um 1620 wurde nach chronikhaften Aufzeichnungen in einem Buch der Rosenkranz-Bruderschaft unter dem aus dem Schweiz stammenden Pfarrer Johannes Hassler ein Pfarrhof in Dalaas gebaut. Einer seiner Nachkommen war der hier geborene Christian Big (+1639), der drei Jahre lang bis zu seinem Tod in seinem Heimatort als Priester tätig war. In seinen in Latein gehaltenen Aufzeichnungen ist von großen Arbeiten beim Bau des Pfarrhofs und des dazugehörigen Stalles die Rede. Im oberen Stock ließ er sich eine Studierstube („museum“) einrichten. Die von ihm gepflanzten Birnbäume beim Pfarrhof hatten rund zwei Jahrhundert lang Bestand.

     Bis ins 19. Jahrhunderte folgten immer wieder kleinere Reparaturen und Renovierungen am Gebäude. Alle Geistlichen in Dalaas betrieben seinerzeit auch eine Landwirtschaft. Als letzter Pfarrer bewirtschaftete Fidel Walser das Pfarrgut selbst, bis zu seinem Tod 1884. Dieser lud die Geistlichen des Klostertals oft zu Schlachtpartien ein.

    Unter seinem Nachfolger, dem Dornbirner Josef Andreas Thurnher, wurde der Pfarrhof vollständig renoviert, womit er sein heutiges Aussehen erhielt. Im Vorarlberger Volksblatt war am 5. Jänner 1889 auf die Notwendig dieses Projekts hingewiesen worden, nach dem der alte Pfarrhof in Dalaas, der vermöge seines geschwärzten, gebrechlichen und Mitleid erregenden Aussehens auf volle Pensionirung Anspruch zu erheben berechtigt war. Deshalb wurde er förmlich neu geschaffen, in- und auswendig, so daß aus der „Alpenhütte“ nach dem Urtheile von Kennern eine vollendete Villa geworden – selbstredend nach Klosterthaler Begriffen.

    Zwischen dem Pfarrhof und der Kirche bestand bis in die späten 1950er Jahre ein bemerkenswertes Gebäude, nämlich das Tanzhaus von Dalaas. In den letzten Jahrzehnten diente es vor allem der Kommunikation nach dem Kirchgang. Deshalb war es vor allem unter dem Namen „Schnadraloba“ (Schnatterlaube) bekannt gewesen.

    Präsentiert von: Amt der Vorarlberger Landesregierung - Kultur
    Autor: Christof Thöny

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