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Funken, Kehlegg/Dornbirn © Markus Gmeiner / Vorarlberg Tourismus GmbH
Echtes Brauchtum

Traditionelles Funken-Abbrennen

Am ersten Sonntag nach Aschermittwoch, dem Funkensonntag, teilweise schon am Abend zuvor, brennen sie wieder - die Funken in Vorarlberg

Funken in Vorarlberg:

Er soll den Winter vertreiben und Glück bringen!

Funken abbrennen hat eine lange Tradition und auch heuer werden wieder in fast jedem Ort wird der von der Funkenzunft kunstvoll aufgeschichtete, zum Teil bis zu 30 Meter hohe Holzturm – der Funken – gezündet. Höhepunkt ist dann die Explosion der Funkenhexe ganz oben auf der Spitze.

Der Funkensonntag, also der erste Sonntag nach Aschermittwoch, wird in Vorarlberg aber auch “Küachlisonntag” genannt – nicht zu Unrecht, denn bei jedem Funken gibt es ein tolles Rahmenprogramm mit Live-Musik kulinarischen Schmankerln wie die herausgebackenen “Funkaküachli” (Hefeküchlein) und mancherorts sogar am Nachmittag schon einen “Kinderfunken” mit Familienprogramm.

Funken abbrennen in Vorarlberg: Funkenbrauch am Funkensonntag (c) Hans Wiesenhofer
Funken, Kehlegg/Dornbirn © Markus Gmeiner / Vorarlberg Tourismus GmbH

Höhepunkt beim Funkenbrauch ist vielerorts immer noch das Explodieren der "Funkenhexe".

Im Montafon, speziell in Gortipohl, wird auch am Funkensonntag zusätzlich noch der Brauch des “Scheibenschlagens” praktiziert. Dieses Stück Montafoner Kulturgeschichte ist seit 2016 im Verzeichnis des “Immateriellen Erbe der UNESCO” gelistet und wirklich sehenswert. Die Ursprünge dieses anfangs heidnischen Rituales liegen Jahrhunderte zurück.

Auch in der Gemeinde Bürs, dem Eingangstor des Brandnertals, wird am Funkensonntag nicht nur das Funkenfeuer entzündet: Uralte, selbst gebastelte Lampions aus Buntpapier erleuchten zusätzlich die Nacht. Da diese runden Leuchtkörper geschälten Pomeranzen – die ursprüngliche Bezeichnung für Orangen – ähneln, werden sie als „Puma“ bezeichnet. 47 unterschiedliche Exemplare gibt es, die Roland Rettenberger am Dachboden seines Elternhauses das ganze Jahr über hütet. Rolands Familie hat dieses Amt schon seit vielen Generationen inne. Am Funkenabend werden die Lampions mit 100 neuen Kerzen bestückt, gefolgt von einem Umzug durch die Gemeinde Bürs in Richtung Funkenplatz, wo am späteren Abend der Funken entzündet wird.