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Kirche | Kultur

Pfarrkirche St. Johannes der Täufer

Kirche Klöserle
Kirche Klösterle
Bernhard Manser, Architekt
Pfarrkirche Klösterle
Klösterle

Factbox

  •  Von seiner ersten Kirche in Batschuns bis hierher spannt sich ein weiter Bogen des ununterbrochenen Bemühens, aus der kirchlichen Baukultur des alpinen Raumes heraus Bauten zu entwickeln, die seiner Auffassung von Landschaft entsprechen und auch als solche verstanden war.

     Diese Worte fand der Architekturkritiker Friedrich Achleitner für die Beschreibung der Pfarrkirche von Klösterle, die 1973 bis 1976 nach Plänen von Clemens Holzmeister errichtet wurde. Schon 1218 bestand hier eine Marienkapelle, 1332 wurde eine Kirche dem heiligen Johannes dem Täufer als Patron des Johanniterordens geweiht.

     Das mittelalterliche Kirchengebäude wurde 1609 durch einen barocken Neubau des Feldkircher Stadtmaurers Melchior Morscher ersetzt. Diese Kirche wiederum hatte bis in die 1970er Jahre Bestand. Erhalten geblieben ist der 1660 mit barocker Zwiebelhaube errichtete Turm. Ihr barockes Inventar erhielt die „alte“ Kirche von Klösterle 1774, als neue Altäre und eine Kanzel angeschafft wurden. Dafür verantwortlich zeichnete der damalige Pfarrer Johann Joseph Gaßner, der als Exorzist und Wunderheiler großes Aufsehen erregte. Einzig der ehemalige Kreuzaltar befindet sich heute noch in Klösterle, in der Vorhalle der jetzigen Kirche.

     Nach dem Zweiten Weltkrieg erwies sich die barocke Kirche bald als zu klein und vor allem sehr baufällig. Im Laufe der Jahre stellte sich heraus, dass wohl nur ein Neubau (mit Ausnahme des alten Turmes) Abhilfe schaffen könnte, wozu schließlich auch das Bundesdenkmalamt seine Einwilligung gab. Den einzigen Plan nach Ausschreibung eines Architekturwettbewerbs reichte der fast 90jährige Prof. Clemens Holzmeister ein, der reichlich Erfahrung mit Kirchenbauten vorweisen konnte. Der achteckige Kirchenbau nach seinen Plänen konnte schließlich 1974 in Angriff genommen werde. Zwei Jahre später fand die feierliche Weihe durch den Feldkircher Bischof Bruno Wechner statt.

     Wertvolles Inventar aus der alten Kirche fand auch im neu errichten Gotteshaus Verwendung. Neben dem erwähnten barocken Kreuzaltar waren dies die Lindenholzplastik der Muttergottes aus der Zeit um 1630 (welche dem Feldkircher Bildhauer Erasmus Kern zugeschrieben wird) sowie barocke Darstellungen der zwölf Apostel und die Kreuzwegstationen. Die Orgel befindet sich in einem spätbarocken Gehäuse von 1766, wobei die kleinen Putten und Posaunengel vom Imster Bildhauer Josef Klemens Wittwer geschaffen wurden. Aus seiner Hand stammt möglicherweise auch die Piéta, welche an der östlichen Kirchenwand ihren Platz gefunden hat.

     

    Amt der Vorarlberger Landesregierung - Kultur

    Präsentiert von: Amt der Vorarlberger Landesregierung - Kultur, Autor: Christof Thöny
    letzte Änderung: 18.03.2021

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