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Skigebiet Brandnertal (c) Oliver Lerch - Vorarlberg Tourismus
Wintersaison 2020/21

Lokalaugenschein Skigebiet Brandnertal

Als die Vorarlberger Seilbahnen zu Weihnachten in Betrieb gingen, verbreiteten sich im Netz rasch Bilder vom Gedränge an einem der Lifte. Wir haben uns daher zu Silvester im Brandnertal angeschaut, wie das Skifahren mit Corona-Auflagen funktioniert.

Auf elf kurvigen Kilometern führt die kleine Landstraße von der Autobahnabfahrt bei Bludenz zur Talstation der Palüdbahn in Brand. Auf 1070 Meter Seehöhe sind die Bäume nur leicht angezuckert, doch sämtliche Abfahrten sind beschneit. Als wir kurz nach 9 Uhr ankommen, füllt sich der Parkplatz langsam, aber stetig. Es dominieren Autos aus den Bezirken Feldkirch und Bludenz. Vor den Kassen sind Wartezonen abgezäunt, die eine halbe Stunde nach Betriebsbeginn aber gänzlich leer sind.

„Wir haben Corona-Guides im Einsatz, die beim Einhalten der Regeln helfen“, sagt Sarah Dünser von den Bergbahnen Brandnertal. Nach Betriebsbeginn sind die Guides im Skigebiet unterwegs. An der Kasse bekommen wir FFP2-Masken, die der Betreiber kurzfristig besorgt hat, damit alle Auflagen eingehalten werden können. Die Achter-Gondelbahn darf nur zur Hälfte belegt werden. Wir haben sie aber ohnehin für uns allein, weil sich der Andrang in Grenzen hält. „Die Auslastung liegt in diesen Tagen zwischen 30 und 40 Prozent“, erklärt Sarah. In absoluten Zahlen sind das etwa 2500 bis 3000 Gäste, die sich auf die zwölf geöffneten Seilbahnen und Lifte verteilen. Auch für einen deutlich größeren Andrang sehen sich die Bergbahnen Brandnertal gut gerüstet: „Wir konnten in den vergangenen Tagen die Abläufe beobachten und noch kleine Verbesserungen vornehmen, sodass wir unseren Gästen auch bei voller Auslastung optimale Sicherheit bieten können“, versichert Sarah Dünser.

Skigebiet Brandnertal (c) Oliver Lerch - Vorarlberg Tourismus
Skigebiet Brandnertal (c) Oliver Lerch
Umfangreiche Maßnahmen

Die Gondel ist flott unterwegs, damit die Fahrzeit kurz bleibt. Der aufgeklebte „Corona-Held“ weist auf die Regeln hin: Masken tragen, Abstand halten, Fenster öffnen. Der Ausstieg liegt auf 1.608 Metern. Unmittelbar nach Ankunft werden die Gondeln mit einem Kaltdesinfektionsgerät ausgeblasen und dann wieder ins Tal geschickt. Die Sonne zieht im Osten gerade über die Gipfel des Rätikon hoch, die Temperaturen liegen um den Gefrierpunkt, die Schneehöhe beträgt 70 Zentimeter. Mit anderen Worten: optimale Bedingungen.

Das benachbarte Restaurant Goona ist geschlossen, lediglich das WC ist zugänglich. Die Erklärung: Take-Away ist nur dort erlaubt, wo mit dem Auto zugefahren werden kann. Wir gehen ein paar Meter weiter zur Glattjochbahn. Der Sechser-Sessellift führt auf den 2000 Meter hohen Gipfel. Vor der Bergfahrt befragen wir einige Gäste, wie sie Skifahren und Pandemie unter einen Hut bringen.

Entspannte Gäste

Stephanie Battaglia-Huber vom Alpenhotel Zimba im Ort hat in Ermangelung von Gästen Zeit, mit ihren Söhnen und deren Opa ein paar Schwünge zu ziehen. Sie fühlt sich sicher: „Das Skigebiet ist ja nicht überfüllt und die Leute sind sehr diszipliniert mit den Masken. Beim Anstellen am Lift wird hie und da der Abstand von einem Meter unterschritten, aber wir sind ja im Freien.“

Harald Stanek aus Feldkirch ist mit Familie und Schwager unterwegs: „Ich bin froh, dass wir Skifahren können. Die Kinder müssen raus, da nehmen wir die Masken gerne in Kauf.“ Harald war seit Weihnachten schon in mehreren Skigebieten unterwegs und hat überall positive Erfahrungen gemacht: „Die Leute waren überall sehr diszipliniert.“

Für Markus, Ingrid und Alina Böhler aus Lauterach ist es der Saisonstart: „Es ist eine Umstellung mit der Maske, ungewohnt, aber Okay“, sagt Markus. Die Maske bleibt bei ihnen auch während der Fahrt oben, um dem umständlichen Handling aus dem Weg zu gehen. Die Familie war bereits zu Betriebsbeginn vor Ort, musste sich aber auch zu diesem Zeitpunkt nicht anstellen. Die fehlende Gastronomie ist zu verschmerzen: „Wir fahren drei Stunden und sind dann zu Mittag wieder zu Hause“, so Markus.

Resümee

Der Andrang in Brand hält sich in Grenzen. An den Kassen kommt es zu keinem Gedränge und man ist gut gerüstet für mehr Gäste. Das Masken-Tragen, regelmäßige Desinfizieren und Abstandhalten funktionieren augenscheinlich gut. Die Skifahrer sind auch beim Anstellen an den Liften diszipliniert. Alles in allem ein gangbarer Weg, wie Freiluftsport und Pandemie unter einen Hut zu bringen sind.

Skigebiet Brandnertal (c) Oliver Lerch - Vorarlberg Tourismus
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