skip to main content

Schauplatz Vorarlberg

Vorarlbergs Landschaften spielen immer wieder tragende Filmrollen. Die eindrucksvollen Berge, die stimmungsvollen Dörfer machen sich gut auf der Leinwand. Außergewöhnliche Bauten eignen sich exzellent als Kulisse.

Zudem macht es Freude, mit den Vorarlbergern zusammen zu arbeiten. Immer wieder hört man lobende Worte über deren Handschlagqualität und ihren Einfallsreichtum, selbst für das ausgefallenste Anliegen die perfekte Lösung zu finden. Anklang findet auch, dass sich die Vorarlberger bei besonderen Projekten nicht selbst in Szene setzen wollen, sondern ganz einfach das optimale Umfeld schaffen.

Neben Klassikern der Filmgeschichte - wie dem „Weißen Rausch", 1931 am Arlberg gedreht - entstanden in jüngerer Vergangenheit drei große Kinofilme in Vorarlberg.

1994/1995: Schlafes Bruder
2008: James Bond „Quantum of Solace"
2009/2010: Der Atem des Himmels

Schlafes Bruder

Garneratal_200px.jpg
Im Garneratal im Montafon - Hier wurden die meisten Szenen des Films "Schlafes Bruder" gedreht

1992 erschien der Roman „Schlafes Bruder" des Vorarlberger Autors Robert Schneider. Bis das Buch veröffentlicht wurde, brauchte Schneider eine gute Ausdauer. 23 Verlage hatten sein Manuskript abgelehnt, bis sich endlich ein Verlag fand. „Schlafes Bruder" wurde zu einem durchschlagenden Erfolg und ist bis heute eines der erfolgreichsten Bücher eines österreichischen Autors. Der Roman erschien bisher in 24 Sprachen und in 30 Auflagen. Das Buch erzählt die Geschichte von Elias Alder, dem Außenseiter und musikalischen Genie, der sich unsterblich - und letztlich unglücklich - in die Schwester seines besten Freundes verliebt.

Schlafes Bruder, der Film
1995 kam „Schlafes Bruder" in die Kinos. Der bekannte Regisseur Joseph Vilsmaier griff den Stoff auf und wählte als Hauptdrehort das abgeschiedene Garneratal, ein Seitental des Vorarlberger Montafons. Hier fand Vilsmaier nicht nur eine unglaublich beeindruckende Szenerie - karg und schön zugleich, sondern auch Menschen, die ihn in jeder Hinsicht und mit Begeisterung unterstützten. Im Film spielte André Eisermann den Elias, Dana Vávrová die Elisabeth, Ben Becker den Peter.

Spuren der Dreharbeiten sind heute keine mehr zu sehen. Das Filmdorf auf 1.700 Metern Höhe wurde längst abgebaut. Die sensible Bergnatur sollte in keiner Weise beeinträchtigt werden. In den Erzählungen der Montafoner ist die spannende Zeit der Dreharbeiten freilich noch höchst lebendig. Joseph Vilsmaier kehrte auch für weitere Filmproduktionen ins Montafon zurück: für „Marlene" (2000) und „Bergkristall" (2004). 1996 wurde die Oper „Schlafes Bruder" vom Montafoner Komponisten Herbert Willi in Zürich uraufgeführt. 2008 kam eine aktualisierte Fassung auf die Opernbühnen.

Auf den Spuren von „Schlafes Bruder"
Zwei Wanderrouten verlaufen durch das Garneratal: Die ca. 4-stündige Wanderung von Gaschurn über Ganeu auf die Tübinger Hütte und der Weg über die 4.000 Stufen der Europabrücke bzw. von der Bergstation der Vermuntbahn über Außer-Tschambreu und Schafboden.

James Bond, "Quantum of Solace"

bond_dreh_200px.jpg
James Bond auf der Bregenzer Seebühne in einer Szene aus "Tosca"
2008 verfiel nahezu ganz Vorarlberg in „Bond-Fieber". Für den 22. James-Bond-Film „Quantum of Solace" hatte Regisseur Marc Foster Locations in Vorarlberg ausgewählt: die mittelalterliche Stadt Feldkirch und das Festspielhaus mit der Seebühne in Bregenz.

Ein Quantum Glück
Am Anfang stand eine Portion Glück. Aber auch die Tatsache, dass Foster im nahen Davos aufgewachsen ist und Vorarlberg - vor allem die Bregenzer Festspiele - kannte. Die Festspiele inszenierten zu jener Zeit Tosca. Das spektakuläre Bühnenbild mit dem überdimensionalen Auge war auch den Produzenten Barbara Broccoli und Michael G. Wilson aufgefallen.

Das Casting und die Dreharbeiten
Im Januar 2008 fand in Bregenz ein großes Casting für Statisten statt. Gut 4.500 Menschen in festlicher Abendkleidung nahmen teil. 1.500 von ihnen sollten später Festspielbesucher darstellen. Vom 30. April bis zum 9. Mai arbeitete die 200-köpfige James-Bond-Filmcrew in Vorarlberg. Hauptdarsteller Daniel Craig fuhr im Aston Martin durch Feldkirch. Während mehrerer Nächte wurde am Bodensee eine komplette Tosca-Aufführung auf die Beine gestellt. Zentrale Filmszenen fanden vor und hinter den Kulissen der Seebühne sowie im Festspielhaus Bregenz statt.

Der Film
Ganze 7 Minuten und 11 Sekunden lang spielt „Quantum of Solace" in Vorarlberg. In zahlreichen Kritiken stand zu lesen, dass die Tosca-Szenen zu den schönsten zählen. In Interviews lobten Produzenten und Darsteller die hohe Professionalität und das angenehme - weil unaufdringliche - Klima, das sie während der Dreharbeiten erlebten. Das mediale Echo war riesig.


Auf den Spuren von „James Bond"
- Die wohl schönste Stadt in Vorarlberg ist Feldkirch. Der mittelalterliche Stadtkern mit gepflasterten Straßen, Laubengängen und Türmen ist gut erhalten und lohnt einen Besuch.
- Das Festspielhaus Bregenz ist nicht nur Veranstaltungs- und Kulturzentrum, sondern auch architektonisch ein herausragendes Beispiel für die moderne Vorarlberger Architektur. Veranstaltungen finden hier das ganze Jahr hindurch statt. Im Rahmen von Veranstaltungen und bei Führungen ist der „James Bond Showroom" geöffnet, eine kleine Ausstellung über die Zeit der Dreharbeiten.